Muschelkalk ist ein Sedimentgestein und gehört zu den biogenen Bildungen. Er besteht aus den Überresten von Organismen, die vor Millionen Jahren lebten—Schalen, Panzer und ähnliche Bestandteile.
🔍Als Gestein besitzt Muschelkalk eine hohe Makroporosität von 21–60 %, eine Rohdichte von 1.100–2.240 kg/m³, eine Wärmeleitfähigkeit von 0,29–0,99 W/(m·K) und eine Druckfestigkeit von 0,4–28 MN/m². Chemisch besteht er überwiegend aus Calciumcarbonat mit geringen Anteilen von Magnesiumsalzen und aluminiumhaltigen Verbindungen.
1986 wurden in der Sowjetunion 149 Muschelkalklagerstätten mit einer Förderung von 9,585 Millionen m³ betrieben. In waldarmen Gebieten waren lokale Natursteine besonders wichtig. In Moldau, Aserbaidschan, der Südukraine, auf der Krim, in Kalmückien und Kasachstan diente Muschelkalk breit als Mauer- und Bekleidungsstein. Splitt und Sand daraus eignen sich zudem als Zuschlag für Leichtbeton.
„1986 wurden in der Sowjetunion 149 Muschelkalklagerstätten betrieben.“
Bau-Muschelkalk lässt sich selbst mit einer Handsäge leicht schneiden und wurde deshalb als Sägekalkstein bezeichnet. Als Grenze der manuellen Sägbarkeit galt eine Druckfestigkeit von 35–50 kg/cm²; entsprechend zählten weiche Muschelkalke zu dieser Gruppe.
Muschelkalksteine wurden in die Festigkeitsklassen 4, 7, 10, 15, 25, 35 und 50 eingeteilt. Die Zahl bezeichnete die an Prüfkörpern bestimmte Druckfestigkeit in kg/cm².
Frostbeständigkeit bedeutet, dass wassergesättigter Sägekalk wiederholtes Gefrieren und Auftauen übersteht. Als frostbeständig galt der Stein, wenn die mittlere Druckfestigkeit der geprüften Würfel mindestens 75 % des Ausgangswerts betrug und keine sichtbaren Schäden erkennbar waren.
🔍Frisch gebrochener Muschelkalk aus vielen Brüchen besteht die Frostprüfung zunächst nicht. Nach etwa drei Monaten Lagerung an der Luft wird er häufig frostbeständig. Wahrscheinlich füllt natürliche Bruchfeuchte zunächst die feinsten, tiefen Kapillaren; bei vollständiger Sättigung kann das in den Poren gefrierende und sich ausdehnende Wasser den Stein schädigen.
Besonders dekorativ sind rosa, seltener hell- oder gelbgraue Muschelkalke mit mittleren bis großen Schalen aus der kasachischen Halbinsel Mangyshlak.
Muschelkalk aus Europa
Auch Europa besitzt zahlreiche Muschelkalklagerstätten. In Deutschland finden sich deutlich geschichtete Vorkommen unter anderem in Unterfranken bei Würzburg in Bayern und bei Jena in Thüringen.
🔍Der Stein entstand vor etwa 240 Millionen Jahren in der Trias. Seine Farben reichen von Hellgrau bis zu dunklem bläulichem Grau. Je nach Schicht kann er grobporig oder nahezu kompakt sein.
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🔍Heute wird Muschelkalk sowohl im Innenausbau als auch zur äußeren Gestaltung von Gebäuden eingesetzt.
Eigenschaften von Muschelkalk
Aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften können geeignete Muschelkalksorten sogar als Pflasterelemente verwendet werden.
🔍Muschelkalk für Fassaden
Einige Sorten lassen sich gut polieren und eignen sich dadurch auch für Küchenarbeitsplatten.
🔍Da Abbau und Verarbeitung pro Jahr begrenzt sind, wird der Stein vor allem für exklusive Innen- und Außenbereiche hochwertiger Immobilien genutzt.
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