Im Steinwerk werden Rohblöcke zu Bekleidungen, architektonischen Werkstücken sowie Bauteilen für Hoch- und Tiefbau verarbeitet.
Im Steinbruch lassen sich Farbe und Zeichnung nur an den Außenflächen eines Blocks beurteilen; sein Inneres bleibt bis zum Sägen verborgen. Fehlerzonen können deshalb in den Rohplattenbestand gelangen. Selbst Granitblöcke enthalten gelegentlich kleine Bereiche anderer Farbe oder Struktur, sogenannte Schlieren. In einem Beispiel wiesen bis zu 5 % der Rohlinge dunkle Gabbrodiabas-Schlieren oder Pegmatithohlräume auf (Abb. 1).
🔍Abb. 1. Dunkle Gabbroid-Einschlüsse in Rohlingen aus hellrosa Granit
Bekleidungsteile aus solchen Rohlingen müssen zwangsläufig aussortiert werden. Ihre Erkennung zu Beginn der Verarbeitung vermeidet unnötige Kosten. Bei Sediment- und Metamorphgesteinen kann der Anteil fehlerhafter Rohlinge naturgemäß noch höher liegen.
Jura-Kalkstein, besonders graue Selektionen, kann Pyrit enthalten, der später erhebliche optische Probleme an der Fassade verursacht. Solche Einschlüsse sind typisch für die Schichten 1 bis 6, zu denen graublauer Jura Polarblau gehört. Verantwortungsbewusste Lieferanten fragen daher immer, ob der Stein für eine Fassade oder einen Innenraum bestimmt ist.
Abbildung 2 zeigt Pyritverfärbungen an Blöcken, die im deutschen Steinbruch Petersbuch aussortiert wurden.
🔍Abb. 2. Pyriteinschlüsse und Verfärbungen an Jura-Kalksteinblöcken
Die Qualitätskontrolle muss auch dekorative Eigenschaften, Mineralogie und Radioaktivität berücksichtigen. In der Fertigung stehen jedoch meist die Geometrie der Bauteile und die Qualität der vorgeschriebenen Oberfläche im Mittelpunkt.
Unsere Erfahrung bei der Endkontrolle von Granitelementen zeigt Ausschussraten bis zu 6 % wegen Fertigungsrissen oder von den Zeichnungen abweichender Maße. Ähnliche technisch verursachte Fehler treten bei Jura-Kalkstein auf und können bei unzureichender Kontrolle leider bis an die Fassade eines teuren Premiumgebäudes gelangen (Abb. 3–5).
Ebenso sinnvoll ist eine Eingangskontrolle unmittelbar vor der Montage. Fehlerhafte Teile können der Werksendkontrolle aufgrund technischer oder häufiger organisatorischer Versäumnisse entgangen sein.
Weitere Schäden können beim Verpacken, Transportieren, Entladen, bei der Montagevorbereitung oder während der Montage entstehen.
🔍Abb. 2.1. Technisch verursachter Riss in einer Granitplatte aus Produktion oder Transport, bei der Eingangskontrolle erkannt
🔍Abb. 3. Technisch verursachter Riss in einer Jura-Kalksteinplatte aus Produktion oder Transport, bei der Eingangskontrolle übersehen
🔍Abb. 4. Technisch verursachter Riss in einer Jura-Kalksteinplatte aus Produktion oder Transport, bei der Eingangskontrolle übersehen
🔍Abb. 5. Technisch verursachter Riss in einer Jura-Kalksteinplatte aus Produktion oder Transport, bei der Eingangskontrolle übersehen
Angemessene Qualität von Natursteinbekleidungen
Nach unserer Auffassung ist eine verlässliche Steinbekleidung ohne Qualitätskontrolle des Rohsteins und der fertigen Bauteile in jeder Produktionsphase nicht möglich. Unsere Näherungsdaten zeigen, dass bis zu 70 % der steinbekleideten Gebäude bereits in den ersten Nutzungsjahren Reparaturen benötigen.
Dieser Beitrag richtet sich an Teams, die aus fremder Erfahrung lernen möchten. Jede einzelne Platte zu prüfen ist teuer; der wirksamste erste Schritt ist deshalb die Wahl eines verantwortungsvollen Herstellers, der seinen Ruf schützt. Ein unrealistisch niedriger Anfangspreis führt später oft zu mehrfachen Ausgaben.
Eine verlässliche Partnerschaft spart Zeit, Geld und viel Belastung. Einige angesehene Gebäude der 1990er-Jahre haben bereits an Status verloren, weil selbst eine hervorragende Lage schlechte Materialien oder unprofessionelle Montage nicht ausgleichen kann.
Der Markt für Premiumwohnungen und Apartments wird immer wettbewerbsintensiver. Wohlhabende Käufer betrachten eine teure Immobilie zugleich als Wohnort und werthaltigen Vermögenswert. Ein kostspieliges Gebäude, dessen Fassade rasch zu einem unansehnlichen Mosaik aus fehlerhaftem Stein wird, kann diesen Anspruch nicht erfüllen.
