Auswahl von Bekleidungsstein und Qualitätskontrolle der Fertigung

Auswahl von Bekleidungsstein und Qualitätskontrolle der Fertigung

Naturstein fand zunächst Eingang in die Architektur, weil er Beständigkeit und Stärke verkörperte. Mit der Entwicklung der Kunst wurden Farbe und Zeichnung ebenso wichtig. Kaum ein Baustoff erreicht seine Dauerhaftigkeit: Holz und Kunststoffe verfallen, Stahl korrodiert, geeigneter Stein kann Jahrtausende überdauern. Doch Stein ist nicht gleich Stein. Einige klare Regeln sind nötig, damit die Investition in Natursteinbekleidung das gewünschte Ergebnis bringt.

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Farbe und Zeichnung des Steins

Nach der Entscheidung für Naturstein wählen Auftraggeber und Architekt meist anhand von Farbe und Zeichnung. Die Natur bietet eine enorme Palette, doch gesättigte blaue, violette oder gelbe Steine sind selten und können ein Mehrfaches gewöhnlicher Farbtöne kosten. Auch besonders leuchtende und gleichmäßige Selektionen erzielen einen höheren Preis.

Künstliche Produkte lassen sich mit vorgegebenen Eigenschaften fertigen; Naturstein spiegelt wechselnde geologische Bedingungen über Millionen Jahre. Jura-Kalkstein ist ein vor etwa 135 Millionen Jahren entstandenes Sedimentgestein in mächtigen Schichten. Mehr als 150 Jahre industrieller Abbau haben jede Schicht genau dokumentiert, sodass sich ihre visuellen Merkmale mit hoher Sicherheit vorhersagen lassen.

Gabbro und Labradorit gehören bei Farbe und Zeichnung zu den stabilsten Steinen; auch manche Granite bleiben über große Flächen gleichmäßig. Marmor und Gneis können weit stärker variieren, sodass benachbarte Platten schwer abzustimmen sind. Ein erfahrener Lieferant erstellt für gestalterisch anspruchsvolle Projekte eine digitale Rohplattenbelegung und stimmt sie mit dem Auftraggeber ab. Dasselbe gilt für Jura-Kalkstein: Die Auswahl bei einem verantwortungsvollen Hersteller beginnt im Steinbruch.

Nach Freigabe kleiner Jura-Muster werden im Beisein von Architekt und Auftraggeber repräsentative Rohplatten im Steinbruch gewählt, fotografiert und zusammen mit genauem Bruch und Schicht dokumentiert. Unzulässige optische Fehler und maximale Abweichungen werden an diesen Platten markiert. Eine frische Rohplatte enthält mehr Feuchtigkeit als das Muster; für einen gültigen Vergleich muss ihre Oberfläche gegebenenfalls, etwa mit einer Gasflamme, getrocknet werden. Die Abbildung zeigt Referenzmuster sowie trockene und feuchte Bereiche einer Platte aus derselben Schicht.

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Bei Bodenbelägen werden mitunter fertige Formatplatten der gewählten Schicht nebeneinander ausgelegt, um den zulässigen Bereich von Farbe und Fossilanteil freizugeben.

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Festigkeit und technische Eigenschaften

Auftraggeber beachten physikalisch-mechanische Eigenschaften häufig wenig; begrenzte Materialkenntnis im Planungsteam kann dann zu vermeidbaren Schäden führen.

Die Eigenschaften müssen zur Anwendung passen. Stark poröse oder wenig abriebfeste Kalksteine, Schiefer, römischer Travertin oder Muschelkalk können für Böden ungeeignet sein. Stein mit erhöhter Radioaktivität darf nicht innen eingesetzt werden. Sockelstein mit mehr als 0,2 % Wasseraufnahme benötigt Details, die Durchfeuchtung verhindern. Außenstein sollte mindestens F50 erreichen; in verkehrsreichen Städten mit Taumitteln sind mindestens 150 Frost-Tau-Wechsel sinnvoll. Hinterlüftete Fassaden dürfen feste und mittelfeste Steine verwenden, nicht jedoch Material mit weniger als 50 MPa beziehungsweise 500 kg/cm² Druckfestigkeit.

Die Eignung muss daher durch physikalische, mechanische und chemische Prüfungen belegt werden. Außenstein ist Temperaturschwankungen, Niederschlag, Salzen, Säuren und Winterfrost ausgesetzt, die Schäden verursachen können.

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Steinschäden durch Frostverwitterung

Außenbekleidungen unterliegen deshalb strengeren Anforderungen als Innenstein. Diese sind in GOST 9479-2011, Gesteinsblöcke für Bekleidungs-, Architektur-, Denkmal- und andere Produkte—Technische Bedingungen, festgelegt.

Anforderungen an Naturstein für Außenbekleidungen

Ein vollständiges physikalisch-mechanisches Prüfprogramm benötigt mindestens vierzig maßgenaue Würfel von 50 × 50 × 50 mm, vier Platten von 200 × 200 × 30 mm für die Schlagbeständigkeit und drei polierte Platten von 300 × 300 mm für die mineralogisch-petrographische Analyse. Prüfwürfel müssen geometrisch korrekt sein; nicht parallele Flächen können Ergebnisse erheblich verfälschen.

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Natursteinwürfel und -platten für die Laborprüfung

Labore prüfen den Stein nach GOST 30629-2011, Bekleidungsmaterialien und -produkte aus Gestein—Prüfverfahren. Jede neue Bekleidungschargen sollte gewöhnlich geprüft und ihre Eigenschaften im technischen Begleitpass dokumentiert werden. Frostbeständigkeit ist einer der wichtigsten Dauerhaftigkeitswerte. Sie beschreibt den Widerstand gegen wiederholtes Gefrieren und Auftauen, besonders im Spätherbst und zeitigen Frühjahr. In Großstädten kann Wasser mit gelösten Taumitteln beim Gefrieren noch höheren Druck in der Kapillarstruktur erzeugen und Fassadenschäden beschleunigen.