Helle Kalksteine für Gebäudefassaden

Helle Kalksteine für Gebäudefassaden

Helle Kalksteine für Gebäudefassaden🔍

Helle Kalksteine nehmen unter zeitgenössischen Fassadenmaterialien einen wichtigen Platz ein. Gegenüber vielen anderen Natursteinen bieten sie oft moderate Kosten, eine natürliche Einfügung in die Landschaft, leichte Bearbeitung auf der Baustelle, günstige wärmetechnische Eigenschaften und genügend Formbarkeit für komplexe Profile mit scharfen Kanten.

Zugleich begrenzen mehrere Besonderheiten ihren Einsatz als Außenbekleidung:

Kalksteine in der Russischen Föderation

In Russland sind rund 15 Kalksteinlagerstätten gezielt für Bekleidungs- und gesägten Mauerstein erkundet. Etwa 30 weitere—hauptsächlich für Bruchstein, Baustoff, Kalksteinmehl oder Zementrohstoff bewertete—werden gelegentlich genutzt, um übergroße Stücke für Architektur- und Restaurierungsarbeiten auszuwählen.

Kalksteine in den GUS-Staaten

Auch die früheren Sowjetrepubliken besitzen zahlreiche Steinbrüche, die helle Kalksteine für Fassaden und andere Bekleidungen liefern.

In der kasachischen Region Mangystau liegen große Lagerstätten sarmatischen Muschelkalks im Bereich des Kaspischen Beckens. Die bedeutende Lagerstätte Zhetybai liefert Mauer- und Bekleidungsstein. Blassrosa und hellgelbe Farben verbinden sich mit mittel- bis grobschaligen Strukturen. Die zarten Töne und ungewöhnlichen Muster machten kasachischen Muschelkalk in weiten Teilen der GUS beliebt.

Kirgisistan besitzt im Vorland des Alai-Gebirges die große mittelpaläogene Muschelkalklagerstätte Sary-Tash. Der goldbraune Stein mit fein- bis mittelschaliger Struktur lässt sich mäßig gut polieren. Er wird in Kirgisistan breit eingesetzt, etwa am Flughafen Manas und am Osh-Markt, und kam auch im vorstädtischen Wohnungsbau in Moskau und Jekaterinburg zum Einsatz.

Die usbekische Lagerstätte Galaba, auch Chust genannt, liegt in der Region Namangan. Ihr Kalkstein ist grauweiß, fein- bis mittelkörnig und zeigt stellenweise Spuren von Meeresfauna. Er wird vor allem in der usbekischen Architektur verwendet; in Moskau ist die Botschaft Usbekistans an der Bolshaya Polyanka ein bekanntes Beispiel.

Helle Kalksteine in weiteren Ländern

Die große bulgarische Lagerstätte Vratsa liefert organogenen Kalkstein, meist grauweiß und gelegentlich beige, mit fein- bis mittelkörniger Struktur. Richtig selektiertes Material besitzt eine vergleichsweise hohe Frostbeständigkeit und eignet sich für Außenbekleidungen einschließlich hinterlüfteter Fassaden. Es ist in Bulgarien und weiteren ehemaligen Staaten des Warschauer Pakts verbreitet.

Portugal verfügt über umfangreiche Vorkommen mittelkörniger Kalksteine in graugelben und beigen Tönen. Sorten wie Moca Creme, Crema Nova, Branco Real, Beige Solar, Mirabelle und Moleanos werden in Russland und Europa für Büros und Privathäuser eingesetzt. Beispiele sind das Kopernikus-Krankenhaus in Warschau und die Kapelle im Petersburger Siegespark. Nicht jeder portugiesische Kalkstein besitzt genug Frostbeständigkeit für Außenfassaden im gemäßigten Kontinentalklima; Architekten müssen jede Selektion sorgfältig bewerten.

Ägypten besitzt einige der größten Karbonatsteinressourcen Afrikas. Viele Kalk- und Muschelkalklagerstätten liegen am Unterlauf des Nils und auf der Sinai-Halbinsel. Sorten wie Galala, Giallo Sahara, Golden Beach, Silvia Light und Perlato Royal zeigen warme Beige-, Goldgelb-, Graurosa- oder Hellbrauntöne; einige lassen sich polieren. In Russland wurden sie vor allem als Mauerstein und seltener als Bekleidung eingesetzt. Toneinschlüsse in bestimmten ägyptischen Kalksteinen können im Klima Zentralrusslands zu schnellem Verfall führen.

In Bayern wird auf rund 50 km² eine geschichtete Kalksteinlagerstätte abgebaut, deren Name auf das geologische Jura-Zeitalter verweist. Wichtige Farbgruppen sind Jura Beige, Jura Gold, Jura Noce, Jura Blue, Jura Cream und gebänderter Jura Travertin. Der Stein ist feinkörnig und feinporig; die größten Poren überschreiten meist 5 mm nicht. Fossilien wie Ammoniten und Belemniten, teils bis zu 20 cm groß, erzeugen unverwechselbare Zeichnungen.

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Ein erhaltener Ammonit in der Jura-Kalksteinlagerstätte

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Eine Steingravur eines unbekannten Künstlers im Eichstätter Dom

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Finsbury Square, England

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Escala 232, Kanada

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John Wayne Airport, USA

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Ein Gebäude aus Jura-Kalkstein in China

In Russland, besonders in Moskau und Sankt Petersburg, wurde Jura-Kalkstein nicht nur an privaten Villen, sondern in ganzen Stadtquartieren eingesetzt. Die Moskauer Goldene Meile mit der Ostozhenka-Straße und den Gassen Butikovsky, Khilkov, Korobeinikov, Zachatievsky, Pozharsky und Molochny ist ein wichtiges Beispiel.

Die Fassaden- und Sockelarbeiten an der Premium-Wohnanlage Mirozdanie in Sankt Petersburg sind inzwischen abgeschlossen.

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Wohnanlage Mirozdanie, Sankt Petersburg

Auch Balchug Viewpoint am Sadovnicheskaya-Ufer befindet sich im Bau; Jura-Stein bildet dort die Hauptfassade.

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Balchug Viewpoint, Sadovnicheskaya-Ufer

Architekten müssen berücksichtigen, dass einzelne Bereiche der geschichteten Jura-Lagerstätte geringe Frostbeständigkeit besitzen. Beratung sollte deshalb direkt vom Steinbruchbetreiber kommen. Bestimmte Schichten enthalten zudem viel Pyrit, der in den ersten Nutzungsjahren mit hoher Wahrscheinlichkeit rostfarbene Verfärbungen erzeugt. Verträge sollten den abgestimmten Steinbruch und die konkrete Materialschicht festhalten—vom Architekten freigegeben und durch den Primärproduzenten bestätigt.

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